
Krankengymnastik am Gerät
Gezielter Muskelaufbau an Zugapparat und Trainingsgeräten – nach ärztlicher Verordnung und durchgehend unter therapeutischer Anleitung. Wir begleiten Sie von der ersten Einheit bis zur Auswertung.
Krankengymnastik am Gerät
Training, das Ihre Therapie fortschreibt
Krankengymnastik am Gerät – kurz KGG – ist medizinisches Aufbautraining an Zugapparat und Trainingsgeräten, das Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eigens verordnet.
Worin sich KGG unterscheidet
In der klassischen Krankengymnastik arbeiten wir mit Ihrem eigenen Körpergewicht und mit unseren Händen. Am Gerät kommt eine messbare Last hinzu: Gewicht, Wiederholungen und Pausen stehen in Ihrem Plan und werden Einheit für Einheit angepasst. So lässt sich Kraft nach einer Operation oder einer langen Schonzeit in kleinen, kontrollierten Stufen wieder aufbauen.
Woran Sie trainieren
- Seilzugapparat für Schulter, Arm und Rumpf
- Geräte für Bein- und Rückenmuskulatur
- Übungen für Gleichgewicht und Koordination
- Ergänzende Dehn- und Mobilisationsarbeit
- Anleitung für Übungen zu Hause
Anlässe
Wann ein Gerätetraining sinnvoll ist
Die meisten Verordnungen erreichen uns aus vier Richtungen – nach einem Eingriff, nach einer Verletzung im Sport, bei anhaltenden Rückenbeschwerden oder bei deutlichem Kraftverlust.
Nach Operationen
Nach Eingriffen an Knie, Hüfte, Schulter oder Wirbelsäule: Wir bauen die Muskulatur wieder auf, die während der Entlastung abgebaut hat – im Rahmen der Freigabe Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.
Mehr erfahrenNach Sportverletzungen
Nach Band-, Muskel- oder Sehnenverletzungen trainieren wir auf die Belastung hin, die Ihre Sportart verlangt, und arbeiten an Seitenunterschieden zwischen links und rechts.
Mehr erfahrenChronische Rückenbeschwerden
Bei wiederkehrenden Beschwerden im unteren Rücken stärken wir Rumpf und Rumpfstabilisatoren und verbinden das Training mit Haltungsarbeit im Alltag.
Mehr erfahrenKraftaufbau
Nach langer Schonung, bei nachlassender Kraft im Alter oder vor einer geplanten Operation: dosiertes Training, das Gelenke und Kreislauf nicht überfordert.
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Niemand trainiert hier allein
Jede Einheit begleitet eine Therapeutin oder ein Therapeut: Gewicht einstellen, Bewegung korrigieren, nachjustieren. Wer Schmerzen meldet, trainiert an diesem Tag anders – nicht einfach weiter.
Ablauf ansehenAblauf
So läuft eine Trainingseinheit
Eine Einheit Krankengymnastik am Gerät dauert rund 60 Minuten. Davon entfällt nur ein Teil auf das Training selbst: Befund, Einweisung, Korrektur und Dokumentation gehören dazu.
Höchstens drei Patientinnen und Patienten trainieren gleichzeitig unter Aufsicht einer Therapeutin oder eines Therapeuten – so bleibt Zeit, jede Übung zu beobachten und das Gewicht anzupassen.

In der ersten Einheit erheben wir den Ausgangswert: Beweglichkeit des betroffenen Gelenks, Kraftseitenvergleich zur gesunden Seite, Schmerzangabe auf einer Skala von null bis zehn. Dazu lesen wir den Operationsbericht oder die Angaben der verordnenden Praxis, damit Belastungsgrenzen eingehalten werden.

Fünf bis zehn Minuten auf dem Fahrrad- oder Oberkörperergometer bringen Kreislauf und Gelenkflüssigkeit in Gang. Wir legen Widerstand und Dauer fest und notieren sie, damit Sie beim nächsten Termin dort anschließen, wo Sie aufgehört haben.

Jede Übung wird einzeln erklärt und zuerst ohne oder mit geringem Gewicht geführt. Sitzposition, Hebellänge und Endanschlag der Geräte werden auf Sie eingestellt und auf dem Trainingsplan vermerkt, damit die Einstellung reproduzierbar bleibt.

Sie arbeiten die Übungsfolge ab, meist zwei bis drei Sätze je Gerät. Wir korrigieren Ausweichbewegungen, achten auf gleichmäßige Atmung und darauf, dass die Bewegung aus der Zielmuskulatur kommt und nicht aus dem Schwung.

Zum Abschluss dehnen oder lockern wir die beanspruchte Muskulatur. Wir notieren Gewichte und Wiederholungen, fragen die Schmerzangabe erneut ab und besprechen, was Sie bis zum nächsten Termin zu Hause tun können.
Formales
Verordnung und Abrechnung
Krankengymnastik am Gerät – im Heilmittelkatalog als KGG abgekürzt – ist eine eigene Verordnungsposition. Sie steht nicht automatisch auf jedem Rezept: Die Ärztin oder der Arzt muss sie ausdrücklich eintragen.
Steht auf Ihrem Rezept nur „KG“, ist damit die Einzelbehandlung auf der Bank gemeint, nicht das Gerätetraining. Prüfen Sie das am besten schon in der Arztpraxis.
- Kassenpatienten: Wir rechnen die verordneten Einheiten direkt mit Ihrer Krankenkasse ab. Zu zahlen bleibt die gesetzliche Zuzahlung von zehn Prozent des Behandlungspreises zuzüglich zehn Euro Rezeptgebühr – es sei denn, Sie legen eine gültige Befreiung vor.
- Privatpatienten und Selbstzahler: Sie erhalten eine Rechnung nach Einheiten, die Sie bei Ihrer Versicherung einreichen. Den aktuellen Satz je Einheit nennen wir Ihnen vorab am Telefon oder beim Erstgespräch.
- Einlösefrist: Das Rezept sollte in der Regel innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellung begonnen werden, sonst verfällt es und muss neu ausgestellt werden.
- Unterbrechung: Liegen mehr als 14 Tage zwischen zwei Terminen ohne medizinischen Grund, gilt die Verordnung als abgebrochen. Sagen Sie uns deshalb Urlaub oder Krankheit frühzeitig an.
- Nach Ende der Verordnung: Wenn Sie weitertrainieren möchten, besprechen wir mit Ihnen entweder eine Folgeverordnung über die Arztpraxis oder ein Training als Selbstzahler.
Was Sie zum ersten Termin mitbringen
Bereit für den nächsten Trainingsschritt?
Wir besprechen Ihre Verordnung und planen gemeinsam Ihre erste Trainingseinheit.
