Manuelle Therapie in Kiel
Wir untersuchen und behandeln Gelenke, Muskeln und Nerven mit den Händen – gezielt an der Stelle, an der die Beweglichkeit fehlt oder der Schmerz entsteht.
Das Prinzip
Behandeln mit den Händen
Bei der Manuellen Therapie sind die Hände Untersuchungs- und Behandlungsinstrument zugleich: Sie prüfen Gelenk, Muskel und Nerv und arbeiten dort weiter, wo sich die Einschränkung zeigt.
Erst untersuchen
Zu Beginn der Manuellen Therapie steht ein strukturierter Befund. Wir prüfen die Beweglichkeit einzelner Gelenke Stück für Stück, untersuchen das Gelenkspiel, die Muskelspannung und das Gleiten der Nerven im umgebenden Gewebe. Dabei vergleichen wir mit der Gegenseite, um Unterschiede einzuordnen. Häufig liegt die Ursache nicht am Beschwerdeort selbst – bei Knieschmerzen kann beispielsweise die Hüfte beteiligt sein.
Dann behandeln
Auf Basis dieses Befunds setzen wir mobilisierende Techniken ein, ergänzt durch Traktion und Weichteiltechniken an verspannter oder verkürzter Muskulatur. Alle Maßnahmen werden dosiert und in Absprache mit Ihnen durchgeführt, abgestimmt auf Ihre Beschwerden und Belastbarkeit. Im Anschluss folgen aktive Übungen, die das gewonnene Bewegungsausmaß stabilisieren und in den Alltag übertragen.
Anlässe
Wann Manuelle Therapie hilft
Zu uns kommen Menschen, die ein Gelenk nicht mehr voll bewegen können oder bei bestimmten Bewegungen Schmerz spüren – oft nach Wochen, in denen sie gewartet haben.
- Eingeschränkte Beweglichkeit – ein Gelenk lässt sich nicht mehr bis zum Ende führen, etwa das Knie nach einer Operation oder der Fuß nach längerer Entlastung
- Nacken- und Kopfbeschwerden – steife Halswirbelsäule, Drehen im Auto fällt schwer, Schmerz zieht in Hinterkopf oder Schulter
- Kieferbeschwerden – Knacken beim Öffnen, Spannung im Kaumuskel, Beschwerden nach Zahnbehandlungen oder bei nächtlichem Pressen
- Schulterprobleme – der Arm lässt sich nicht mehr über Kopf heben, Schmerz beim Anziehen oder beim Liegen auf der betroffenen Seite
- Blockierungen in der Wirbelsäule – plötzlich einschießender Schmerz im unteren Rücken oder zwischen den Schulterblättern, Atmen tut weh
- Beschwerden nach Ruhigstellung – nach Gips, Schiene oder Orthese ist das Gelenk fest geworden und braucht geführte Mobilisation
Aufbau der Behandlung
Drei Bausteine jeder Sitzung
Befund, Mobilisation und Stabilisation greifen ineinander: Ohne den Befund fehlt das Ziel, ohne die Übung hält das Ergebnis der Mobilisation nur bis zum nächsten Alltagstag.
Befund
Wir fragen nach Verlauf, Belastung und Tagesablauf und prüfen dann Gelenk für Gelenk: aktives und passives Bewegungsausmaß, Gelenkspiel, Muskellänge, Nervenbeweglichkeit. Das Ergebnis halten wir fest, damit sich Veränderungen über die Serie hinweg vergleichen lassen.
Mobilisation
Mit geführten, dosierten Griffen bewegen wir das Gelenk in die eingeschränkte Richtung, lösen Spannung im umliegenden Gewebe und nutzen Traktion zur Entlastung. Intensität und Richtung stimmen wir laufend mit Ihrer Rückmeldung ab.
Stabilisation
Gewonnene Beweglichkeit wird aktiv gesichert: zwei bis vier Übungen, die Sie zuhause ohne Ausrüstung durchführen können, dazu Hinweise für Sitzhaltung, Schlafposition oder Training. Beim nächsten Termin gehen wir sie gemeinsam durch.
Ablauf
So läuft eine Sitzung ab
Jede Behandlung folgt derselben Reihenfolge: zuerst prüfen, dann behandeln, am Ende üben. Die Dauer einer Einheit richtet sich nach Ihrer Verordnung, die Zahl der Termine ebenfalls.
Was wir in der Sitzung finden, entscheidet über die Technik des Tages – ein steifes Gelenk brauchen wir anders anzufassen als eine schmerzempfindliche Narbe.
- 1
Befund am Anfang
Wir fragen nach Schmerzverlauf, Beruf und Belastung und prüfen dann Beweglichkeit, Gelenkspiel und Kraft im Seitenvergleich. Das Ergebnis halten wir fest, damit sich Fortschritt später auch messen lässt.
- 2
Gewebe vorbereiten
Warme Hände, Weichteiltechniken an Muskeln und Faszien, bei Bedarf Wärme. Entspanntes Gewebe lässt sich schonender mobilisieren als verspanntes, deshalb steht dieser Schritt vor der Gelenktechnik.
- 3
Gelenk mobilisieren
Gezielte Mobilisation: Wir führen das Gelenk mit dosiertem Zug oder Gleiten in die eingeschränkte Richtung, in kleinen, wiederholten Bewegungen und innerhalb Ihrer Schmerzgrenze.
- 4
Nerven und Narben
Wenn Kribbeln oder Ausstrahlung im Spiel ist, behandeln wir die Gleitfähigkeit der Nervenbahnen; nach Operationen zusätzlich die Narbe, sobald sie belastbar verschlossen ist.
- 5
Üben und nachprüfen
Am Ende testen wir die behandelte Bewegung erneut und Sie nehmen zwei bis vier kurze Übungen für zu Hause mit – wenige Minuten täglich halten das Ergebnis.
Aus der Praxis
Häufige Beschwerdebilder
Drei Anlässe sehen wir in Kiel besonders oft. Die Technik bleibt dieselbe, der Ansatzpunkt unterscheidet sich deutlich.
Schulter nach langer Schonung
Nach Sturz, Operation oder Wochen im Tragegurt verliert die Schulter zuerst das Anheben zur Seite und das Drehen nach außen. Wir mobilisieren das Schultergelenk und das Gleiten des Schulterblatts auf dem Brustkorb, lösen die umliegende Muskulatur und bauen die Bewegung Grad um Grad wieder auf.

Nacken, Kopfschmerz und Schreibtisch
Blockierte Bewegungen der oberen Halswirbel und ein überlasteter Kiefer- und Nackenbereich zeigen sich oft als dumpfer Kopfschmerz. Wir behandeln die betroffenen Segmente sehr dosiert, entlasten die kurze Nackenmuskulatur und gehen Ihre Sitzposition durch.
- Prüfung der Halswirbelsäule Segment für Segment
- Entlastung von Nacken, Kiefer und Brustwirbelsäule
- Übungen für den Arbeitstag, nicht für die Matte
Knie und Sprunggelenk im Sport
Nach Umknicken oder Meniskusbehandlung fehlt meist die letzte Beugung oder die Streckung. Wir stellen das Gelenkspiel wieder her, behandeln Narben und Kapsel und gehen dann in die Belastung – bei Bedarf weiter an den Geräten unserer Praxis.
Gut zu wissen
Verordnung, Kosten und Vorbereitung
Manuelle Therapie ist ein eigenes Heilmittel und steht so auf der Verordnung – mit Zahl der Einheiten und Behandlungsziel. Was das für Ihren Termin, Ihre Abrechnung und Ihre Kleidung bedeutet, haben wir hier zusammengestellt.
Welche Verordnung brauche ich?
Kassen- oder Privatpatient
Wenn die Verordnung ausläuft
Was Sie zum Termin mitbringen
Termine, Zeiten und Hausbesuche
Wenn Manuelle Therapie nicht passt
Bereit für eine Behandlung mit Händen?
Wir klären Ihre Beschwerden und besprechen die passende Behandlung.

